Rehabilitationsangebote
Für Hörgeschädigte gibt es ein breites und differenziertes Angebot an Rehabilitationen. Für Ertaubende, Ertaubte und Hörgeschädigte mit CI wurden insbesondere in drei Facheinrichtungen spezielle Therapiekonzepte entwickelt. Zudem finden dort regelmäßig interessante Informationsseminare für Hörgeschädigte statt.
Diese Facheinrichtungen sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Rehabilitationszentrum Rendsburg (www.hoergeschaedigt.de)
Kurzer Bericht und Fotos siehe hier
"Nicht hören? Aber Wege zum Verstehen!"
Unter diesem Motto bietet das Reha-Zentrum in Rendsburg Rehabilitationen für hörgeschädigte Erwachsene an. Zielsetzung ist es, die kommunikativen Verständigungsmöglichkeiten und Handlungskompetenzen hörgeschädigter Menschen grundlegend zu verbessern. Neben medizinischen Aspekten (Krankengymnastik, Tinnitussprechstunde, Entspannungstraining etc.) umfasst das Angebot auch Kurse zur Deutschen Gebärdensprache (DGS), zu lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG), zum Absehen und zur Sprachpflege. Weiterhin werden auch rechtliche Informationen (Einführung in das Sozial- und Behindertenrecht) vermittelt und technische Hilfsmittel besprochen. Schließlich erfolgt auch eine psychologische Unterstützung bei der Bewältigung der entstehenden Probleme.
Das Reha-Zentrum hat es sich zudem zur Aufgabe gemacht, hörgeschädigte Erwachsene mit Verständigungsschwierigkeiten und daraus entstehenden Folgeauswirkungen im psychosozialen und beruflichen Bereich durch ein entsprechendes Rehabilitationsangebot zu unterstützen.
Baumrainklinik in Bad Berleburg (www.baumrainklinik.de)
Die Fachklinik ist auf die Behandlung von Patienten mit verschiedenen Formen einer Hörschädigung, chronischem Tinnitus und Schwindel spezialisiert. Ein wichtiges Ziel der Rehabilitation ist die allgemeine körperliche und emotionale Stabilisierung der Patienten. Sowohl die Behandlung spezifischer Gesundheitsprobleme als auch die Linderung von Begleit- und Folgewirkungen der Hörschädigungen geht damit einher. Hochgradig Schwerhörige und Ertaubte können an Hör- und Absehtraining sowie Kommunikationsschulung teilnehmen. Außerdem werden CI-Rehabilitationen mit Hörtraining nach einer Cochlea-Implantat-Operation durchgeführt.
Klinik Am Stiftsberg in Bad Grönenbach (www.klinik-am-stiftsberg.de)
Die Fachklinik für Hörbehinderte und Tinnitus-Patienten in Süddeutschland hat spezielle Therapiekonzepte für Ertaubte, Schwerhörige, Gehörlose, Tinnitusbetroffene sowie Menschen, die an Morbus Menière leiden, entwickelt. Außerdem werden CI-Rehabilitationen nach einer Cochlea-Implantat-Operation angeboten. Hier stehen logopädische Einzel- und Gruppentrainings sowie das Erlernen von Methoden zur Hörtaktik im Mittelpunkt.
Die Rehabilitation für Ertaubte und an Taubheit grenzende Schwerhörige umfasst folgende Schwerpunkte:
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- umfassende Informationen zu Ursachen und Folgen der Ertaubung auf körperliche und seelische Gesundheit sowie soziale Situation des einzelnen;
- Möglichkeiten der technischen Versorgung, z. B. durch Cochlear- oder Hirnstamm-Implantation, wenn notwendig ergänzende Diagnostik;
- Informationen zu allen Möglichkeiten der technischen Unterstützung durch Hilfsmittel im Alltag, u.a. Lichtwecker, Lichtklingel, Bild- oder Schreibtelefon;
- Erlernen von Strategien zur Hörtaktik, Absehtraining, Einführung in Gebärden- und Körpersprache als Mittel der Kommunikation;
- praktische Hilfestellung bei Problemen, die sich aus der hochgradigen Kommunikationsbehinderung ergeben, z. B. Kommunikation über Schreiben am PC;
- Bearbeitung von Konfliktfeldern, die sich im psychologischen oder sozialen Bereich aus der Ertaubung ergeben haben mit Psychologen und Sozialarbeitern, insbesondere die häufig resultierende völlige Isolierung und der Verlust fast aller Aktivitäten und Kontakte im sozialen Umfeld;
- Wahrnehmungs- und Sensibilitätsübungen für andere Sinneskanäle
- Austausch von Erfahrungen mit Gleichbetroffenen, um eigene Erfahrungen und Lösungsansätze mit denen anderer zu vergleichen;
- Abklärung wichtiger sozialer Fragen mit Beratung durch einen Sozialarbeiter
Hörbehinderten Beratungs- und Informationszentrum (HörBIZ), Berlin
Das HörBIZ bietet Schwerhörigen, Ertaubten, CI-Trägern und Tinnitusbetroffenen sowie deren Angehörigen und Kontaktpersonen eine Anlaufstelle. Dort können sie sich über Audiotherapie und Kommunikationstaktik beraten lassen oder bei Problemen im sozialen/psychosozialen Bereich Unterstützung finden. Außerdem erhält man dort Informationen über Hörhilfen, Arbeitsassistenz, Hilfe in Ausbildung und Beruf, Selbsthilfegruppen oder Bildungsangebote für Hörgeschädigte. Das HörBIZ vermittelt Schriftdolmetscher, verleiht Höranlagen für Gruppen und Einzelpersonen (FM-Anlagen). Ein ganz spezielles Beratungsangebot stellt die verkaufsunabhängige Hilfsmittelberatung dar. Der Klient erhält Entscheidungshilfen bei der Auswahl von Hörhilfen und kann Zusatzgeräte zum Hörgerät oder CI ausprobieren. Auch begleitet und unterstützt das HörBIZ den Prozess der Finanzierung von Hörhilfen.
Bund deutscher Audiotherapeuten e.V. (http://www.audiotherapie.info )
Die Audiotherapie ist ein Angebot ambulanter Rehabilitation für erwachsene Hörgeschädigte mit dem Ziel, Wissen über die eigene Hörschädigung zu erfahren und kommunikative Fähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern durch Absehtraining, Hörtraining, nonverbale Kommunikation, Sprach- und Sprechpflege und Verhaltenstraining. Die Kommunikationskompetenz des Hörgeschädigten wird unter Berücksichtigung der familiären, außerfamiliären und beruflichen Strukturen individuell gefördert.
Cochlear Implantat Centrum Rhein-Main CIC (www.cic-rheinmain.de)
Die Rehabilitation hochgradig hörgeschädigter, ertaubter und taub geborener Kinder, Jugendlicher und Erwachsener, die mittels einer Hörprothese (Cochlear Implant) wieder hören können, ist die Aufgabe des Cochlear Implant Centrums (CIC Rhein-Main) in Friedberg/Hessen.Das Diagnostik-, Therapie-, Service-, Beratungs- und Forschungszentrum wird ausschließlich aus privat aufgebrachten Mitteln finanziert. Träger ist der Verein zur Förderung Hörgeschädigter e. V.
Die Grundlagen einer Rehabilitation sind:
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- Untersuchungen der Hörfähigkeit
- eine erste Anpassung des Sprachprozessors sowie die Fortführung der Anpassung und die Feineinstellung sind möglich
- die technische, audiologische Kontrolle des Cochlear Implantsystems mit standardisierten Testverfahren
- Anleitung zur Handhabung, Überprüfung und Kontrolle des CIs
- Hilfestellungen bei der Verwendung von Zubehör
Die gute Anpassung und Optimierung des Sprachprozessors ist ein wesentlicher Bestandteil der Rehabilitation. Nach einer Basisrehabilitation wird eine jährliche Folgerehabilitation angeboten. Die Rehabilitation ist unabhängig von der Implantationsklinik. Sie kann ambulant oder stationär erfolgen.
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